Wie gestaltet sich Ihr ehrenamtliches Engagement außerhalb Ihres beruflichen Alltags?

Schon von Berufswegen bin ich neugierig und genieße es, wenn ich in den Gesprächen mit unseren Auftraggebern stets neue Branchen, Produkte und Dienstleistungen kennenlernen darf. Der Blick hinter die Fassaden hilft mir, mehr zu verstehen und fokussierter für die Unternehmen tätig sein zu können.
Ebenso verstehe ich meine Beiratsmandate. Mein Blick richtet sich primär in die Bereiche Personal, Vertrieb und Strategie, denn neben den Zahlen, Daten und Fakten ist der Blick quer über den Tellerrand hinaus mit entscheidend, wie sich ein Unternehmen entwickeln kann.
Als Beirätin kann ich mit einem Blick von außen beratend auf die Unternehmen einwirken. Jeder Mensch neigt dazu betriebsblind zu werden, gerade als Experte. Insofern schaffe ich Raum und neue Gedankenansätze, um die Unternehmen mit weiter entwickeln zu können.


Ehrenamtliche Prüferin bei der Handelskammer für Personaldienstleistungskaufleute
Ich habe schon 2008 mitgewirkt, die Lehrinhalte für den Personaldienstleistungskaufleute in Hamburg mitzugestalten. Daher war es mir selbstverständlich auch ein Anliegen, weiter zu verfolgen, wie sich der Beruf entwickelt.
Der Abschluss der Ausbildung ist für die jungen Leute die Eintrittskarte in das Berufsleben. Ich finde es immer wieder spannend, was die Auszubildenden in 2 oder 2,5 oder 3 Jahren mitgenommen haben, wie sie wirtschaftliche Prozesse einschätzen und wohin sie sich wenden möchten.
Und als Prüferin darf ich junge Menschen ins Berufsleben entlassen – das ist doch toll. 2 – 2,5 Jahre liegen hinter ihnen, in denen sie gelernt, gelitten und viele Erfahrungen gesammelt haben. Mit der bestandenen „mündlichen Prüfung“ betreten Sie dann dass „wirkliche“ Berufsleben. Im Gegenzug habe ich immer viele Eindrücke über die Branche und deren Entwicklung.


Mitglied im Vorstand der ambulanten Hospizgruppe Buxtehude
Für mich selbst war Sterben und Tod bis vor gut 6 Jahren ein unfassbares Thema, dem ich ausgewichen bin. Ich glaube gerade deshalb, habe ich mich entschlossen, mich zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin ausbilden zu lassen. Daraus resultierend habe ich nicht nur eine innere Klärung für mich gefunden, sondern auch den Wunsch, andere Menschen im Sterbeprozess zu begleiten.
Ich bin immer wieder erstaunt und dankbar, was für tolle Begegnungen ich haben darf und wie Freude am Lebensende noch geweckt werden kann. In der Hospizgruppe Buxtehude habe ich eine großartige Gruppe von Frauen und Männern gefunden, die mittlerweile seit 30 Jahren Menschen am Lebensende begleiten und ich freue mich dazu zu gehören.
Die Begleitung von Sterbenden ist mir eine besondere Herzensangelegenheit. Es sind gar nicht mehr die großen Wünsche, die erfüllt werden wollen. Es sind vielmehr ganz kleine und feine Wünsche: einfach die Hand reichen – zuhören – noch einmal einen Löffel Eis aus der Zunge schmelzen lassen… Es ist schön, einfach Zeit zu schenken, um das Sterben vielleicht für einen Augenblick erträglicher zu gestalten.